Patenbrief

 

 

Tierschutz-Aktionen 

Ständig sind besondere Einsätze zum Schutz der Tiere erforderlich. Wir wollen Sie in Zukunft an diesen Aktionen teilhaben lassen und werden von Fall zu Fall darüber berichten.

Berichtsdatum Schlagzeile

20.07.2014  Glückliche Rettung nach 3 Tagen
20.11.2010  Die Katze auf der Treppe
25.10.2009  Schildkröte im Wasser entdeckt
21.12.2007
 Auf steinigem Boden
10.04.2007  Viel Lärm um Nichts
10.01.2007  Rudis Geschichte
11.11.2005
 Olga
08.04.2005  „Sie hatten keine andere Wahl
13.02.2005  Der Osterspaziergang
11.11.2004  Wer den Schaden hat...
06.10.2004  "Kukki" Erbsensuppe
02.05.2004  Appell an alle Urlauber südlicher Gefilde
23.03.2004  Markenzeichen: krumme Beine
03.01.2004  Das Schicksal eines Camping-Katers!
18.11.2003  Geboren, geliebt und weggeworfen
25.08.2003  Urlaubszeit für Menschen... Unglückszeit für Tiere!
30.05.2003  Abzocker oder Tierschützer?
17.03.2003  Enten Alarm
07.12.2002  Wanderer Berichte
16.11.2002  Das Katzenelend
25.07.2002  Puschel's Geschichte
14.05.2002  Igel Zeit
24.04.2002  Molli's Geschichte
01.03.2002  Hund in "Seenot"
01.02.2002  Rettung von 100 Amphibien

Tierschutz-Aktionen

Rettung von 100 Amphibien

Spaziergänger beobachteten in der Nähe der Jettenhöhle bei Osterode, wie eine große Anzahl Frösche vergeblich versuchte, sich aus einer Art Wanne zu befreien, in die sie - wahrscheinlich auf der Suche nach einem Teich - gefallen waren.

Umgehend machten sich Mitglieder des Tierschutzvereins Bad Lauterberg auf, um zu retten, was noch zu retten war.

Es stellte sich heraus, dass es sich um ein ca. 3 m langes und ca. 1 m tiefes Fass handelte, dessen Rand nach innen gebogen war, so dass - einmal dort hineingefallen - ein Herauskommen unmöglich war.

Es wimmelte von Fröschen verschiedenster Farben und Größen, von Erdkröten und Molchen, mittendrin viele, die sich schon zu Tode gezappelt hatten. Die Aktion verlief schwieriger als angenommen, denn die Tiere missverstanden die gute Absicht sie zu retten und tauchten ab ins trübe Wasser, so dass zunächst das ganze Fass ausgeleert werden musste, was zur Folge hatte, dass durch das viele Wasser das Erdreich rundherum aufweichte und die Tierschützerin bis zu den Knien im Matsch stand. ( Es waren genau 76 Eimer Wasser).

Dann, bei einer Wassertiefe von vielleicht 20 cm, war es geschafft. Einmal durchnässt, kam es nicht mehr darauf an und die Tierschützerin klettert in das Fass und füllte die Eimer mit Matsch und Getier, der zweite Helfer schaffte sie in ein nahes Wäldchen. Sie zu zählen war nicht möglich, geschätzt wurden aber ca. 100 Amphibien, die sonst qualvoll hätten sterben müssen.

Der Tierschutzverein Bad Lauterberg im Harz und Umgebung e. V. bemüht sich jetzt, festzustellen, wem die Weide gehört, damit im nächsten Jahr auf der Rückseite des Fasses ein Krötenzaun angebracht werden kann.

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"Ausreißer" oder Verletzung der Aufsichtspflicht des Besitzers ??

Hund in "Seenot"

Mitten in der Lutter, die durch starke Regenfälle angeschwollen war, saß auf einem Stein ein kleiner Hund und jaulte jämmerlich. Vorbeigehende Spaziergänger, die das bemerkt hatten, alarmierten uns.

Also zogen die Tierschützer mit allen Geräten, die für eine solche Rettungsaktion benötigt werden, in das Luttertal zu der beschriebenen Stelle. Das völlig durchnässte Tier saß noch immer dort.

Es begannen entsprechende Vorbereitungen.

Da wurde u.a. eine Leine über den Fluss gespannt, damit sich die mutige Tierschützerin, die natürlich Gummistiefel trug, beim Durchwaten des Wassers festhalten konnte. Ihre Gummistiefel erwiesen sich jedoch als viel zu kurz und das Wasser floss oben hinein.

Ungeachtet der Gefahr, in das eisige Wasser zu fallen, näherte sie sich dem Tier. Erreicht !

Als sie jedoch die Hand nach dem Hund ausstreckte, sprang dieser vor Panik in die Fluten und wurde etwa 20 m weit mitgerissen. Zum Glück bekam er dann aber das Ufer zu fassen, schüttelte sich kräftig und verschwand zielstrebig in Windeseile Richtung Lauterberg.

Wer der Besitzer war und wie der Hund dorthin kam, konnte nicht aufgeklärt werden.

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Das ist Molli

... und das ist ihre Geschichte: 

Zwei Frauen, die am Tierfutterregal zur gleichen Sorte Katzenfutter griffen, kamen sofort ins Gespräch. (Tiere jeder Art schaffen Kontakte!): "Ihre Katze mag auch nur dieses mit Thunfisch?" Schon wurde gefachsimpelt. Beide Frauen liebten und verwöhnten ihre Tiere sehr. Die eine hatte zwei Katzen, die auch im Garten sein konnten, die andere nur eine, die eine reine Stubenkatze war. Der Lieblingsplatz letzterer war die Fensterbank. Wann immer die beiden Frauen sich nun begegneten, gab es ein kleines Gespräch über die Vierbeiner. Außer ihrem gemeinsamen Faible für Tiere wussten sie nichts voneinander. 

Der plötzliche Tod der Besitzerin der Stubenkatze rief ihre Erben auf den Plan. Sie lösten die Wohnung auf, Molli aber ließen sie allein zurück. Nachbarn hörten sie mauzen, benachrichtigten den Tierschutzverein und so kam sie ins Katzenhaus. Die Trauer des Tieres war herzzerreißend und alle Bemühungen, sie zu vermitteln, waren vergebens, denn Molli ist mindestens 10 Jahre alt. Schließlich - nach vielen Monaten - fand sich eine Familie in den Ortsteilen, die ihr ein neues Zuhause geben wollte. 

Nach ca. einer Woche erfolgte die routinemäßige Kontrolle des Tierschutzvereins, und zum Entsetzen der Tierschützerin musste diese erfahren, dass man wohl zu früh die Tür offen ließ und die Katze verschwunden sei. Die Aufregung war groß. Eine reine Stubenkatze in total fremder Umgebung! Wo mochte sie sein? Wie schlug sie sich durch? 

In der Ortsmitte Lauterbergs, im Garten, wo die beiden "Nur-Thunfisch-Katzen" zuhause sind, saß nach vierzehn Tagen völlig abgemagert, ein wenig schmutzig und unendlich müde, die Katze Molli. Unbeirrt kroch sie durch die Katzenklappe, ging zwei Treppen hoch bis zur Küche. 

Die Vorgeschichte war nicht bekannt, aber die Zielstrebigkeit ihres Einzugs und der mitleiderregende Zustand ließen keine andere Möglichkeit zu, als sie willkommen zu heißen. Nun bekommt auch sie wieder ihr "Thunfischfutter" und liegt genüsslich auf der Fensterbank. 

Die Frage ist nur: "Wie fand sie den richtigen Weg?"

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Achtung: Igel-Zeit

Nun ist es wieder die Zeit, in der auf den Straßen die vielen totgefahrenen Igel liegen. Aus dem Winterschlaf erwacht, auf der Straße nach Futter, erwischt es sie zu Tausenden. Wenn sie flitzen würden, käme so manch einer davon, aber im Vertrauen darauf, dass ihre Stacheln sie schützen, blieben die hocken und krümmen sich zusammen.

Deshalb sollte jeder, der im Herbst ein zu kleines oder schwaches Igelchen bei sich aufnahm und es gesund über den Winter brachte, dafür sorgen, dass ihm der Weg zum Straßenverkehr versperrt wird. Es ist sowieso schwierig - und glückt auch nicht immer -, das Tier am Leben zu halten, und es empfiehlt sich sehr, es dem Tierschutzverein zu übergeben, der entsprechende Igelstationen betreibt.

Eine gutmeinende Dame baute den beiden Igeln, die sie in ihrem Garten fand, ein Häuschen und bewahrte sie im Badezimmer auf. Weil es dort zu warm war, fielen die nicht in die programmierte Winterruhe. Tagsüber schliefen sie, nachts liefen sie umher. Es ging so weit, dass sie zu höchst drolligen Haustieren wurden, die sich schließlich auf die Hausschuhe setzten um sich durch die Wohnung tragen ließen. Das ist sicher sehr lustig, aber keineswegs artgerecht !!

Es kam der Frühling und die Igel mussten raus. Aber sie waren es ja nicht gewohnt, für sich selbst zu sorgen. Die Dame löste das Problem, indem die das Häuschen an die Stelle im Garten brachte, an der sie die Tiere gefunden hatte. Dort fütterte sie weiter mit dem gewohnten Futter und Wasser (keine Milch). Es dauerte fast zwei Wochen, bis sie "abgenabelt" waren.

So sollte die Auswilderung immer verlaufen. Den Igel einfach so in der Natur zu geben, bedeutet fast immer planloses Umherirren, was wiederum mit dem Hungertod endet.

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Puschels Geschichte

Vor einem Supermarkt war er angebunden und jeder, der vorbeiging, tröstete ihn: `Dein Herrchen/ Frauchen kauft Dir bestimmt nur etwas Gutes und holt dich wieder hier weg.` Aber es kam kein Herrchen oder Frauchen, dafür fing es aber furchtbar an zu regnen. Ein mitleidiger Passant löste kurzentschlossen den Knoten der Leine, aber der pitschnasse Hund blieb weiter sitzen.

Er saß noch am Abend als der Supermarkt geschlossen wurde. Eine freundliche Kassiererin meldete den Vorfall dem Tierschutzverein. Der Hund wurde abgeholt, abgetrocknet und gefüttert. Da er etwas lahmte und auch Schmerzen zu haben schien, brachte man ihn zum Tierarzt. Dort wurde festgestellt, dass er unter dem Fell einen Chip hatte, aus dem zu ersehen war, wem er gehörte. Der sofort benachrichtigte Besitzer fiel aus allen Wolken. Er hatte das Tier vor ca. zwei Jahren an einer Autobahnraststätte angebunden gefunden und ihn mitgenommen, weil es ihm so leid tat und der dortige Tankwart versicherte, dass der Hund schon seit etwa 24 Stunden dort angebunden saß. Sie nannten ihn Puschel und er machte der Familie viel Freude, natürlich dankbar für das neue Zuhause. Er wurde ärztlich versorgt und bekam dabei auch zu seiner Sicherheit einen Chip. Aber nach einigen Monaten stellte sich heraus, dass eines der Kinder der Familie eine Hundehaarallergie bekam, und zwar so schlimm, dass kein Weg daran vorbei ging, als Puschel wieder abzugeben.

Anstatt den Tierschutzverein einzuschalten, wurde inseriert und es meldete sich auch ein Interessent. "Er hätte einen guten Eindruck gemacht und auch seine Anschrift hinterlassen, falls wir den Puschel mal besuchen wollten", erklärte die Familie.

Da es sich beim Aussetzen eines Tieres um den Tatbestand der Tierquälerei handelt, versuchten nun der Tierschutzverein, den letzten Halter zu ermitteln. Aber es gab ihn nicht! Weder Name noch Anschrift stimmten!

So nahm sich der Tierschutzverein des Hundes an und konnte ihn in gute und zuverlässige Hände vermitteln. Bei den regelmäßigen Kontrollen erlebt man jetzt einen glücklichen Hund.

Ende gut - alles gut. Aber dies ist ja nur ein Teil seiner Geschichte. Was ihm alles vor dem Aussetzen an der Raststätte widerfuhr, kann er uns leider nicht erzählen.

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Wanderer Berichte

Wanderer berichteten dem Tierschutzverein Bad Lauterberg, dass sich auf einem der Teiche in der Nähe von Clausthal ein Schwan befände, dem durch eine Angelschnur ein Bein auf dem Rücken gefesselt sei. Die Bemühungen, das Tier von der Schnur zu befreien, wären vergeblich gewesen, da es sich ins Schilf geflüchtet habe, wo ein Näherkommen unmöglich war. So machten sich vier Lauterberger Tierschützer auf, um zu versuchen, doch noch zu helfen.

Mit Gummistiefeln gingen sie ins Wasser des Teiches und lockten den Schwan durch Futter zum Herankommen, was auch gelang. Nun konnten sie auch sehen, dass sich die Angelschnur mehrfach um den Fuß und den linken Flügel gewickelt hatte und es dem Schwan dadurch unmöglich war, zu stehen oder zu fliegen.

Aufgrund dieser Behinderung war er besonders scheu und es kostete viel Geduld, ihn schließlich so weit zu locken, bis er eingekreist war. Wer schon einmal versucht hat, einen Schwan zu fangen, der wird wissen, wie viel Kraft sie haben und wie aggressiv sie sein können!

Dann ging alles sehr schnell. Ein Helfer griff beherzt unter das Tier und hob es aus dem Wasser, ein anderer wickelte schnell ein Handtuch um seinen Kopf, ein dritter durchschnitt die Angelschnur und zog sie weg.

Wieder auf dem Wasser, breitete der Schwan den befreiten Flügel aus und schüttelte ihn. Das Bein rutschte langsam vom Rücken runter. Nach anfänglicher Flucht kehrte er dann zu seinen Rettern zurück, so als ob er sich bedanken wollte....

Total durchnässt und unterkühlt aber glücklich machten sich die Tierschützer auf den Heimweg.

(Eine der Helferinnen hatte zwar die Kamera dabei, aber im entscheidenden Moment hatte keiner Zeit um zu fotografieren.)

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Enten Alarm

Anruf der Polizei an einem Sonntag, früh am Morgen: „Auf der Scharzfelder Straße sitzt eine verletzte Ente mit Küken“. Das sollte doch kein Problem sein‘, so dachten sich die Lauterberger Tierschützer. Doch, wie sich später herausstellte, war das ein fundamentaler Irrtum.

Schnell fanden sich drei Aktive. Sie packten zwei Katzentransportkörbe in den Wagen und waren kurze Zeit später vor Ort. Die Entenmutter hockte in der Gosse, während neun spatzengroße Küken aufgeregt von der einen Straßenseite zur anderen rannten. ‚Was tun? Zuerst die große Ente greifen, die Küken würden dann schon folgen? Ja, so könnte es gehen!‘.

Als man dann jedoch der Ente zu nahe kam, raffte diese alle Kraft zusammen und flog über eine niedrige Mauer auf die dahinter befindliche große Grünfläche. Die Küken aber waren viel zu klein, um ihrer Mutter zu folgen. Sie konnten noch nicht fliegen, dafür  flitzten sie weiter umher und jeder Versuch, auch nur eines zu fangen, war vergebens. Inzwischen goß es in Strömen. Der Verkehr wurde währenddessen von der Polizei in kleinen Gruppen an der Entenfamilie vorbeigeleitet.

Was jetzt gebraucht wurde, war ein Kescher. Wo aber bekommt man so früh am Sonntagmorgen einen Kescher?. Als auch das geklärt war, wurde eine Person ‚abkommandiert‘, ihn zu holen, während der andere Tierschützer bei der Ente blieb, um sie am Nimmerwiedersehen zu hindern. Der dritte Tierschützer blieb auf der Straße, um den Autofahrern Zeichen zu geben, langsam zu fahren. Dabei gelang es ihm, die kleinen Piepser in eine Richtung zu scheuchen, wo ein Durchlass auf die Wiese war, auf der Mutter Ente schon saß. Jetzt waren erst einmal alle in Sicherheit. Nun kam aber erschwerend hinzu, dass sich dort ein flaches, weitausladendes dichtes Kieferngehölz befindet, unter das alle Kleinen flüchteten.

Mit viel Mühe gelang es schließlich, die verletzte Ente zu packen und in den Katzenkorb zu setzen, wobei sie heftige Hiebe mit dem Schnabel austeilte. Ihr lautes Geschnatter aber lockte nach und nach ihre Kinder aus dem Versteck. Inzwischen war auch der Kescher da und mit Geduld und Tücke gingen schließlich alle ins Netz. Ente gut – alles gut. Die Aktion hatte zwar drei Stunden gedauert, aber die Verletzung heilte aus und die Küken wurden fürsorglich von ihrer Mutter groß gepflegt.

Die drei ‚Sonntagsjäger‘ aber freuten sich über die Rettung der Entenfamilie, auch wenn sie durchnässt und total unterkühlt waren. Zwischenzeitlich hat der Tierschutzverein auch einen Kescher spendiert bekommen.

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Abzocker oder Tierschützer?

Tierschützer in der ganzen Welt sollten ehrliche Makler für den Schutz der wehrlosen Mitgeschöpfe Tiere sein und aus ethischen Gründen für die Rechte der Tiere in unserer Gesellschaft kämpfen. Sie sollten – aber tun sie das auch immer?

Leider erweisen bestimmte Gruppierungen, die in der Regel Mitglieder und Spender mit Drückerkolonnen bedrängen und mit ihren Tierschutzparolen, die das Unrechtsbewusstsein der Menschen gegenüber dem Tier anmahnen, dem seriösen Tierschutz einen Bärendienst.

Leider hat der Tierschutz weder durch Staat noch Kommunen eine ausreichende Unterstützung für seine Arbeit. Tiere haben keine Lobby in der Politik, außer dass man seriös arbeitenden Tierschutzvereinen das Siegel der Gemeinnützigkeit gibt, wenn das verfügbare Geld dem Satzungszweck, nämlich dem Schutz der Tiere überwiegend dient. Diejenigen Verbände und Vereine, die ausschließlich von Spenden und eventuellen Sponsoren und hin und wieder von einer Erbschaft "leben", haben es in ihrer Finanzierung immer schwerer.

Dagegen wird die Zahl der Fund- und Abgabetiere immer größer und die Aufnahmestationen sind nahezu überfüllt. Gerade die kleineren Vereine wissen oftmals nicht, woher sie das Geld nehmen können, um eine medizinische Versorgung zu gewährleisten und sind froh, wenn sie die Tiere ernähren und die Aufgaben mit ehrenamtlichen Helfern erfüllen können.

Tieren in Not zu helfen, ist für viele Menschen eine gesellschaftliche Forderung und wir danken allen, die durch ihre Mitgliedschaft oder finanzielle Hilfe dabei beitragen.

Wiederholt wurden wir in jüngster Zeit seitens der Bevölkerung darauf aufmerksam gemacht, dass es scheinbar noch immer den "Drückern" in unseriöser Weise gelingt, mit dem Elend der Tiere Millionen (!!!) aufzutreiben und diese Millionen zweckentfremdet verwendet werden, so dass den wirklich in Not geratenen Tieren die Mittel in unlauterer Weise entzogen werden und in dunkle Kanäle fließen. Die Masche mit Mitleid funktioniert. Wer die armen Tiere bedauert und Mitgefühl zeigt, hat meist schon verloren und unterschreibt. Die seriösen Vereine aber, die nicht mit solchen Methoden arbeiten, bleiben dabei auf der Strecke. Hier jedoch kommt jeder Euro, der zuvor dreimal umgedreht wird, den Tieren zugute.

Deshalb: Bitte achten Sie bei Spenden darauf, dass ihre Zuwendung an einen gemeinnützigen Verein geht und lassen Sie sich diese Gemeinnützigkeit zeigen. Nur dann können Sie sicher sein, dass Sie den Tieren etwas Gutes getan haben.

Noch besser: Schenken Sie Ihr Vertrauen und Ihre finanzielle Hilfe ausschließlich einem Ihnen bereits bekannten und bewährten Verein in Ihrer Nähe.

Der deutsche, der europäische und der Welttierschutz darf nicht durch Machenschaften von Geschäftemachern und Leuten, die das Geschäft mit dem Tierschutz erkannt haben, gefährdet werden.

Tierschutzverein Bad Lauterberg im Harz u. Umgebung e.V.

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Urlaubszeit für Menschen...
... Unglückszeit für Tiere!

Dicht an der B 243 in der Nähe des Winkeltals entdeckten Spaziergänger einen niedergetretenen Pfad im hohen Gras. Spielende Kinder gingen ihm nach und fanden am Ende drei ca. 10 Wochen alte Kätzchen. In der prallen Sonne hatten sie sich aneinander gekuschelt und warteten auf ein Wunder oder ihren sicheren Tod.

Doch das Wunder geschah! Die entsetzten Spaziergänger nahmen die Tiere auf und gaben sie in unsere Obhut.

Der Tierschutzverein schließt aus, dass die Kätzchen von ihrer Mutter dort abgelegt und dann im Stich gelassen wurden, denn – nachdem sie gierig getrunken hatten – suchten sie umgehend die Katzentoilette auf. Damit steht fest, dass sie aus einem Haushalt stammen und von dort gnadenlos ‚entsorgt‘ wurden.

Es ist auch in diesem Jahr nicht der erste Fall dieser Art und wird sicherlich auch nicht der letzte bleiben, denn schon einige Tage später wurden ganz in der Nähe der ersten Fundstelle noch einmal zwei Katzenkinder fast verhungert aufgefunden und zu uns gebracht.

Empfinden diese Menschen denn gar keine Verantwortung den Geschöpfen gegenüber? Warum gehen sie nicht zum Tierschutzverein und bitten um Vermittlung anstatt sich der Tiere auf diese erbärmliche Art und Weise zu entledigen!

Die nächste Frage ist, ob diese Personen wohl künftig durch Sterilisation der Katzenmutter verhindern werden, dass wiederum unerwünschte Kätzchen auf die Welt kommen?

Wer ähnliche Beobachtungen macht, sollte uns unverzüglich informieren!
Telefon: 05524 - 80842 oder 05524 - 1053


Tierschutzverein Bad Lauterberg im Harz u. Umgebung e.V.

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Geboren, geliebt und weggeworfen

Alle Jahre wieder.....!?

Es duftete nach Bratäpfeln und eine unheimliche aber doch gemütliche Stille durchzog das Haus. Hündin Susi und unsere Katzen schliefen friedlich in ihren Körbchen. Draußen wirbelten lustig die Schneeflocken. Ich dachte mir: "die Meerschweinchen und Kaninchen im Stall haben heute früh ihr besonderes Weihnachtsgeschenk bekommen und nun sind alle glücklich und zufrieden. Susi ist total aufgeregt bei jeder Fütterung. Heute gab es Runkeln und Luzerne mit getrocknetem Maiskolben. Lecker, lecker für alle".

Mein Mann Siegfried und ich machten es uns richtig gemütlich. Wir telefonierten noch mit einigen lieben Menschen und wünschten gesegnete Weihnacht!

Es klingelte. Susi schoss wie ein Blitz an die Tür und meldete lautstark "Besuch"‘ an.

Durchgefroren stand Andrea vor der Tür mit einem völlig geschwächten zitternden Zwergkaninchen. Ich zog beide erst einmal in die warme Küche hinein. Andrea nahm ich sofort das Kaninchen ab. In einen Käfig, der schön mit Heu und Stroh ausgepolstert war, setzte ich es hinein. 

Andrea erzählte uns, dass sie zu ihren Eltern nach Thüringen fahren wollte. Mitten in der Fahrt merkte sie, dass der Wagen vor ihr kurz abbremste. Die Seitentür öffnete sich und irgendetwas flog kurzerhand heraus. Im Affenzahn brauste das Fahrzeug davon. Das ging in Sekunden. Sie traute ihren Augen nicht. Ein total verängstigtes Zwergkaninchen hockte regungslos am Straßenrand. Sie hielt sofort an und brachte das Tier ins Auto. Hinter ihr hupten und grölten einige Männer: "Typisch Frau am Steuer...". Das störte sie aber nicht. Aber eine Wut wuchs in ihr, denn sie dachte: "Das Tier war sicher ein Weihnachtsgeschenk, man merkte wahrscheinlich ziemlich schnell, dass es Arbeit macht, also weg damit". Per Handy telefonierte sie noch schnell mit ihren Eltern, dass sie später käme.

Mein Mann kochte für Andrea eine große heiße Tasse Wintertee und stellte einige selbstgebackene Plätzchen auf den Tisch.

In der Zwischenzeit kümmerte ich mich um das Kaninchen. Ich stellte fest, dass es immer zur Seite kippte. Als ich wieder in die Küche kam, sagte ich zu Beiden: "Wir müssen noch zum Tierarzt fahren, es sieht nicht gut aus". Andrea wurde bleich im Gesicht. Ich rief den Tierarzt an und entschuldigte mich tausendmal. Wir konnten kommen. Jetzt schneite und stürmte es richtig. Kaum ein Auto begegnete uns. Es war Heiligabend!

Endlich angekommen! Das Tier war fast verhungert. "Tierquälerei" sagte er. Er spritzte das Tier dennoch, schüttelte aber den Kopf. Er machte uns wenig Hoffnung und sagte: "Hoffentlich frisst es über Nacht. Berichten Sie mir bitte jeden Tag von ihm". Er gab mir noch einige Tipps, um den Appetit anzuregen. Wir wünschten ihm und seiner Familie ein gesegnetes Weihnachtsfest und fuhren im Schneesturm nach Haus.

Das Kaninchen setzten wir in den Käfig zurück, kochten ihm noch Kamillentee, stellten den Topf kurz in die Kälte damit er schneller abkühlte. Lauwarm und mit einigen Vitamintropfen bot ich ihm das Trinken an. Einen Möhren/Apfelbrei bot ich ihm zusätzlich an. Mein Gedanke war: "Wenn der kleine Kerl Lebenswillen hat, dann kommt er durch“!

Am nächsten Tag schauten wir alle vorsichtig in unser Tier-Gästezimmer. Er lebte! Der Möh-ren/Apfelbrei war halb aufgefuttert, aber das Heu unberührt. Er lag immer noch auf der Seite. Gegen Mittag putzte er sich vor unseren Augen. Von weitem beobachteten wir, wie er selbständig seinen Brei fraß. Wie versprochen berichtete ich unserem Tierarzt jede kleinste Neuigkeit.

Eine eigenartige Reaktion empfand ich. Als ich mich seinem Käfig näherte, hörte er sofort auf zu fressen und versank in diese leblose kranke Stellung wie gestern. Mehrmalige Streicheleinheiten animierten ihn, weiter zu fressen. Wir hatten wieder eine kleine Hoffnung.

Am nächsten Tag zeigte Willy – so hatten wir ihn zwischenzeitlich getauft – einen müden Eindruck. Wie bisher lag er auf der Seite und der frische Brei wollte ihm nicht schmecken. Der Tierarzt schüttelte den Kopf und machte uns keine Hoffnung mehr. Wir streichelten und fütterten Willy und wünschten den ehemaligen Besitzern die Krätze an den Hals!

Einen Tag später gingen wir mit einem mulmigen Gefühl in das Tierzimmer. Wir hatten beide Tränen in den Augen, als wir ihn tot im Käfig liegen sahen. 

Siegfried begrub ihn in unserem Garten. Im Sommer werden Wildblumen auf seinem Grab wachsen.

Er wurde geboren, geliebt und weggeworfen, wie ein altes Wischtuch mit vielen Löchern. Wenn es ein Mensch gewesen wäre, hätte man den Täter gesetzlich belangen und verurteilen können, aber es war ja nur ein Tier! 

Tiere dürfen in dieser Welt keine Seele haben, oder doch??

Erlebt Weihnachten 2002 und erzählt von Trixi und Siegfried Weber
Nager-Pflege-Vermittlung Weber Steina und Andrea Fischer.

Tierschutzverein Bad Lauterberg i.H. u. Umgebung e.V.

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Das Schicksal eines Camping-Katers!

Der friedliche Herbstspaziergang eines tierlieben Ehepaares endete unverhofft in großer Aufregung. Bei ihrer Wanderung – etwa 4 km von Lauterberg entfernt – mussten sie einen Campingplatz überqueren, der bereits von den Campern verlassen war. Nur ein einzelner Herr war noch zugegen und machte seinen Wohnwagen winterfest. Man kam ins Gespräch. Es war sein letzter Tag dort und dann war alles verlassen bis zum Frühling. Ihm tat nur ein kleiner Kater leid, der sich im Laufe des Sommers dort aufgehalten hatte, aber keinem gehören würde und sich so durchbettelte. Möglicherweise hätte ihn ja von den Campern jemand mitgenommen, aber er wäre so scheu, man käme nicht an ihn heran, vermutlich hätte er Angst, vielleicht durch schlechte Erfahrung. Nun käme der Winter, armes Tier!

Von da an ging das Ehepaar jeden Tag zum Campingplatz und suchte nach ihm. Tagelang war er nicht zu sehen, aber das mitgebrachte Futter war am anderen Tag weg. Dann endlich erschien er, schmal, nass, verängstigt – ein Bild des Jammers. Doch nun ging es voran mit der Ernährung. Er bekam eine warme Kiste und sein Futter dicht daneben serviert.

Inzwischen fiel der erste Schnee. Gern hätte das Ehepaar das Tier mit zu sich genommen, aber das lies sich leider nicht machen. So bemühten sie sich intensiv um ein anderes Zuhause für ihn. Als endlich eines gefunden war, fuhren sie, ausgestattet mit dicken Handschuhen sowie einem Korb mit Deckel über eine gesperrte Straße mit dem Wagen so dicht wie möglich an den Platz. Als der Kater fraß, packten sie zu, steckten ihn in den Korb und fuhren so schnell es ging zu seiner zukünftigen Bleibe. Während des Transportes jedoch hatte der Kater den Korb durchgebissen und als man den Kofferraumdeckel öffnete, sauste er mit einem Satz nach draußen und war verschwunden. Es waren 10° unter Null und hoher Schnee.

Katastrophe! Vorher hatte er seine Kiste und bekam sein Fressen! Jetzt lief er orientierungslos umher! Die schockierten ‚Pflegeeltern‘ waren ebenfalls verzweifelt. Alles Suchen, alles Rufen half nichts – das Tier war weg. 

Am nächsten Morgen gingen sie wieder zum Campingplatz, aber: ...kein Kater da. Wie sollte er auch? Er wusste ja nicht, wo er ‚ausgesetzt‘ wurde. Die Straße machte einen großen Umweg und der direkte Weg führte über einen Fluss. Sie gingen jeden Tag, weil sie keine Ruhe fanden. Am vierten Tag sahen sie Spuren im Schnee und rannten die letzte Strecke, von der Hoffnung getrieben. Gott sei Dank, da saß er!

Es ist nicht nachzuvollziehen, wie er es geschafft hatte, wie er den Weg hat finden können. Über welche Brücke war er gelaufen? Ging er am Tage oder nachts? Immerhin lag hoch Schnee und es gab keine Richtzeichen in Form irgendwelcher Geräusche. Aber er hatte es geschafft! Das sind die kleinen Wunder, die uns immer wieder staunen lassen.

Die Geschichte nahm ein glückliches Ende. Das Ehepaar fütterte ihn, bis die Camper wieder da waren. Unter ihnen fanden sie dann eine freundliche ‚Katzenmutter‘, die den Kater im Sommer so an sich gewöhnte, dass sie ihn im Herbst mit zu sich nahm. Das Ehepaar hat sie beide mehrfach besucht. Das tapfere Katerchen, welches sie freudevoll immer wiedererkannte, hatte zwar seine große Freiheit verloren, dafür aber Geborgenheit, Wärme und Zuneigung gefunden. 

Diese Begebenheit liegt einige Jahre zurück und wäre nicht so folgenschwer verlaufen, wenn der Tierschutzverein schon damals räumlich in der Lage gewesen wäre, einzugreifen.

Tierschutzverein Bad Lauterberg i.H. u. Umgebung e.V.

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Markenzeichen: krumme Beine
(erzählt von Thea Lindenberg-Hartung)

Wir lebten in einer südamerikanischen Großstadt, Hanna und ich, und hatten gute nachbarliche Beziehungen. Allerdings wohnte Hanna nicht allein. Ihr Hund Kasper war ihr ständiger Begleiter.

Kasper war ein ganz besonderes Tier. Er war schokoladenbraun, kurzhaarig und so lang, dass er eigentlich proportionierter gewesen wäre, wenn er sechs Beine gehabt hätte. Schlappohren, bernsteinfarbene Augen und eine lange spitze Schnauze bildeten seinen Kopf. Er war das, was man eine ‚Giftnudel‘ nennt, schnell beleidigt, schwer zu versöhnen, aggressiv gegen jeden anderen Rüden und gegen Leute, die an der Tür klingelten.

Eines Tages erklärte mir Hanna, dass man sie aufgefordert hätte, bei einer Hunde-Ausstellung mit am Richtertisch zu sitzen. Preise würden vergeben. Klar, dass ein prämierter Hund im Hinblick auf die Züchtung wertvoller war. Sie hätte natürlich zugesagt, aber leider mal wieder nicht das Kleingedruckte gelesen. Da stände nämlich, dass Hunde von Jury-Mitgliedern und deren Familien vom Wettbewerb ausgeschlossen seien. Und das wäre doch sehr schade, denn der Kasper wäre kein zu groß geratener Dackel, sondern ein Bracke. Er wäre reinrassig und für diese Gattung ein besonders schönes Tier. Hinzu käme noch – laut Liste – dass kein weiteres Exemplar davon zur Ausstellung eingeschrieben sei und dass es auf der Hand läge, dass der Kasper den ersten – wenn auch einzigen – Preis kriegen würde.

So kam es zu dem verhängnisvollen Plan, mir den Kasper für einen Tag zu ‚schenken‘. Ich würde ihn unter meinem Namen melden, mit ihm zur Ausstellung gehen und ihn vorführen. Hanna würde ihn dort ‚zum ersten Mal‘ sehen und (selbstverständlich!) sehr positiv bewerten.

Als der große Tag gekommen war, wurde Kasper gebadet und gebürstet und mit einem besonders kleidsamen Halsband versehen. Dann fuhren wir los auf getrennten Wegen und zu unterschiedlichen Zeiten.

Die Veranstaltung fand in einem großen Zelt statt, das wie eine Zirkusarena in die Höhe gebaute Bankreihen hatte. Sie waren jetzt durch Seile für die verschiedenen Hunderassen unterteilt. In der Mitte des Zeltes war ein großes Rund mit Sägemehl, darin eine Bank, auf die sich die Tiere stellen mussten, um von Sachverständigen vermessen und begutachtet zu werden. Der Richtertisch, hinter dem auch Hanna saß, war gegenüber hinter der kleinen Balustrade.

Das Vorführen war schon in vollem Gange, eben waren gerade die Schäferhunde an der Reihe. Hund und Besitzer gingen ein- oder zweimal in der Arena herum, wobei das Richterteam Wertungsnummern zog. Man befand über Haltung, Gang, Gehorsam, Fell, den optischen Eindruck. Dann kam die Beurteilung der Fachleute, zu der die Tiere auf die Bank springen mussten. 

Ich sah mich ein bisschen in meiner näheren Umgebung um und glaubte, meinen Augen nicht zu trauen. Waren es bei den Schäferhunden und Boxern die ‚Herrchen‘, die mit ihnen erschienen waren, so waren es bei den Pudeln die ‚Frauchen‘. Sie waren ausgerüstet mit großen Taschen, in denen sie vom Häppi über Bürsten und Kämmen bis zum Perlhalsband und Seidenschleifen alles mit sich führten, was ein nobler Hund braucht. Es waren sicher 15 Pudel aller Schattierungen, die alle aussahen, als ob sie nach einem Unfall in einen Stützverband gebunden worden wären. Es waren aber Lockenwickler und Clips, die über den ganzen Körper verteilt waren.

Eine Ansage durchs Megaphon: „Als nächstes kommen die Pudel dran. Bitte fertigmachen“. Jetzt begann eine wilde Geschäftigkeit: Die Wickler wurden entfernt, die Locken über Rundbürste und Zeigefinger gedreht und das fertige Werk mit Haarspray besprüht. Aufregung steckt an und im Nu war ein fürchterlicher Krach und ein großes Durcheinander.

Bis dahin hatte Kasper friedlich gesessen, aber jetzt wurde es ihm zu viel. Er richtet sich auf und jaulte herzerweichend. Irgendwer am Richtertisch musste diese Stimme wohl gehört haben.... Es tönte: „Bitte die Nr. 66 vorführen!“.

„Komm Kasper, wir sind dran“! sagte ich erleichtert, weil ich noch nicht wusste, was auf mich zukam. Aber der Kasper wollte nicht. Statt in die Arena zu gehen, zog er mit aller Kraft Richtung Ausgang.

„Die Nr. 66 bitte!“

„Nun komm, du alberner Kerl, es tut Dir ja keiner was“. Mit diesen Worten zog ich ihn gewaltsam hinter mir her und erreichte das Rund. Durch das wiederholte Ausrufen war das Publikum aufmerksam geworden und beobachtete gespannt, wer wohl die Nr. 66 war. „Kasper“ sagte ich „reiß Dich zusammen. Du brauchst nur einmal um diesen Kreis zu marschieren und schon gehen wir nach Hause“. Nichts!

Kasper setzte sich auf die Hinterbeine und ich zog an der Leine. Sein Hals wurde immer länger, aber er blieb sitzen. Ich werde ihn anschieben, dachte ich. Aber als ich von hinten kam, zog er die Nase kraus. Die Warnung war nicht zu übersehen. Ich zog also lieber – dieses Mal mit allem Nachdruck. Das Publikum folgte belustigt meiner Darbietung. Die ersten Lachsalven setzten ein.

„Himmelnochmal! hoch, Du Mistvieh! Wer von uns ist denn wohl der Stärkere?“, zischte ich und ruckte an. Gut, dass das Halsband fest saß! Kasper stemmte seine kleinen, krummen Beine gegen das Sägemehl, so dass es sich zu einem Haufen vor seiner Schnauze aufwarf. Da ihn das störte, legte er sich kurzentschlossen auf den Rücken und ließ sich – alle Viere nach oben – von mir wie ein Schlitten in die Arena ziehen. Das Publikum schien zu glauben, dass ich mit dieser komischen Nummer freiwillig aufträte. Das Zelt war erfüllt von Gelächter, Gebell und Applaus.

Ich stand schweißgebadet und puterrot vor den ungehaltenen Schiedsrichtern. „Das ist doch kein Hund, das ist ein Clown“! und „das Tier ist ja unmöglich!“ „nun lassen Sie ihn mal auf die Bank springen!“ Auch das noch! „Los Kasper, rauf auf die Bank!“, sagte ich.

Ich schielte zu Hanna. Sie hielt sich das Taschentuch vors Gesicht und wurde so vom Lachen geschüttelt, dass sie ganz verheult aussah. Kasper bewegte sich nicht und sein Blick versprach nichts Gutes. „Kasper, zack, hoch mit Dir!“ Nichts! „Das werden wir doch gleich haben“. Ich griff – auf alles gefasst – seine Vorderpfoten und setzte sie auf die Bank. Dann schnappte ich mir das Hinterteil, hob es an und schob den ganzen Hund nach vorn. Dabei verkündete ich lautstark, dass ein Bracke seines Körperbaus wegen niemals springen dürfe und auch nicht könne. Die Leute lachten und klatschten und ich war sehr froh und sehr stolz, dass ich ihn oben hatte, ohne daß er mich gebissen hatte.

Leider aber war mir bei all dem Durcheinander die Leine entglitten. Nur der Bruchteil einer Sekunde brachte das Verhängnis. Kasper, der nicht laufen wollte und nicht springen konnte, hopste mit einem Satz von der Bank, jagte quer durch die Arena, fegte mühelos über die Balustrade mitten auf den Richtertisch und dann auf Hannas Schoß. Hier schob er seine lange Nase unter ihre Strickjacke. Er war zu Haus, er war gerettet!

Was dann geschah, will ich nicht weiter ausführen... Wir wurden alle drei disqualifiziert und kehrten schandebeladen heim. Es geht eben nichts über Katzen!

Tierschutzverein Bad Lauterberg i.H. u. Umgebung e.V.

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Tierschutz-Aktionen

Wir appellieren an alle Urlauber südlicher Gefilde!

In einer Zeitung fanden wir einen Artikel, in dem die Prozedur eines Stierkampfes nachvollziehbar vor Augen geführt wird. Sicherlich war diese Schilderung von der Verfasserin nicht ganz ernst gemeint und wahrscheinlich auch keinesfalls sachlich korrekt, aber es zeigt, wie viele Menschen sich auf Kosten der Geschöpfe jedes Jahr auf’s Neue amüsieren. 

Bitte denken Sie daran, dass ein Stierkampf grausame Tierquälerei bedeutet und Sie diese mit einer Eintrittskarte unterstützen würden. Deshalb......

bitte, leisten SIE dazu keinen Beitrag!

Olé! – (oder ein Laie beim Stierkampf)

Ich ging zum Stierkampf und habe aufgeschrieben, was ich dort erlebte:

Zunächst einmal war es sehr laut und staubig. Coca Cola- und Kuchenverkäufer quetschten sich durch die Reihen und brachten - wenn sie von vorn kamen – die Füße, und - wenn sie von hinten kamen – die Frisur in ernste Gefahr.

Dann, nach langem Warten, ertönte ein Paso Doble und die Arena füllte sich mit vielen bunt angezogenen Männern. Sie trugen kleine Hütchen und ihre Anzüge waren prächtig bestickt. Ich wünschte, ich hätte einen davon als Kostüm für den Karneval. Winkend und sich nach allen Seiten verbeugend, durchtänzelten sie die Arena und verschwanden wieder im rückwärtigen Ausgang. Zurück blieb einer. Der stolzierte nun einer Loge zu, riss den Hut vom Kopf und schleuderte ihn einer Person zu, die ich nicht erkennen konnte.

„Was soll das?“ fragte ich meinen Begleiter. „Ich glaube, dass er damit andeuten will, dass er den Stier zu Ehren dieser Person kalt zu machen gedenkt“. „Auch Geschmacksache, oder nicht?“.

Und dann ging im Hintergrund eine Tür auf. Raus tobte ein Stier. Ein schönes schwarzes Tier, was einmal in der Arena herumjagte und dann unschlüssig stehen blieb.

„Sieh mal, ich glaube, der Torero hat sich eben bekreuzigt! Na hör mal, wieso macht der ein christliches Zeichen, ehe er tötet?“

„Sei ruhig und lass das dumme Gefrage“ raunte mein Begleiter „die Leute vor uns sehen aus, als ob sie Deutsch verstehen“.

Das Publikum raste. Warum, konnte ich nicht feststellen.

Dann aber wurde es seltsam still. Der Torero nämlich ging auf den Stier los und wedelte ihm mit dem Tuch vor der Nase rum. Das mochte der Stier nicht. Er nahm Schwung, scharrte mit dem Fuß und fegte auf den Torero los. Der aber hatte Erfahrung, was Gewicht plus Geschwindigkeit für einen Bremsweg ergeben, drehte sich nur ein bisschen nach rechts, und der Stier schoss an ihm vorbei. Das Publikum johlte.

Jetzt aber kam der Stier von der anderen Seite. Der Torero, geradezu gelangweilt, machte einen Satz nach links. Husch – der Stier zischte vorbei. So ging das nun pausenlos.

„Warum der dem bloß immer wieder die rote Seite des Tuches zeigt? Ob der nicht weiß, das ein Stier nur schwarz-weiß sieht?“

Auf einmal aber stand der Stier sekundenlang still, vermutlich war ihm schwindelig. Dies nun nutzte der Torero, einer imaginären Schönen einen graziösen Kratzfuß zu machen. Das hätte er besser lassen sollen. Der Stier nämlich, recht gewitzt, ergriff die Chance, oder genauer gesagt das Steissende seines Peinigers, hob in lässig in die Höhe und schleuderte ihn dann einige Meter weiter in die Gegend. Das Tuch segelte voran. Der stolze Torero landete auf dem Bauch, und das nicht eben elegant. „Huuuuuuu“ brüllte die Menge relativ hysterisch.

Ich schrie „Bravo, bravo“ und sprang vergnügt von meinem Sitz auf. Das ließ aber meinen Begleiter recht energisch werden. Er zog mich unsanft wieder runter und behauptete, gleich würde ich von der empörten Masse Prügel beziehen, ich solle mich gefälligst beherrschen.

In Blitzesschnelle eilten nun andere Toreros herbei und starteten ein Ablenkungsmanöver, so dass der Gestürzte Zeit fand, sich aufzurappeln und den Staub aus seinen Samthöschen zu schütteln. Dann trat er wieder in Aktion, als ob er das immer so machen würde.

Der Jubel des Publikums war geradezu irre. Und weiter ging’s . Jetzt aber wurde die Sache gemein. Jetzt nämlich jagte ein anderer Knabe herbei und haute dem Stier zwei Eisenspitzen in den Rücken, die dort stecken blieben, und zur Erhöhung der Ästhetik mit Fähnchen verziert waren. Blut spritzte auf und lief dem Tier den Rücken herunter.

Ich nestelte in meiner Tasche nach Kölnisch Wasser. Mir war ganz flau. Und wieder und wieder raste der Stier auf den Torero los, der sich hin und her bog und drehte. Und wieder und wieder wuchtete der sogenannte Banderillo dem Stier weitere Eisenspitzen in den Rücken, dass man selbst nur durch den Anblick zusammenzuckte. 

Was weiter geschah – ich kann es nicht sagen. Ich hielt mir nämlich die Augen zu. „Ist er tot“? „Nein“. Pause. „Ist er jetzt tot?“ „Nein“. „Mein Himmel, er muss doch tot zu kriegen sein!“ „Anscheinend nicht“ Lange Pause. Dann ein Aufschrei der Massen. „Jetzt ist er tot“!

Ich wartete noch einen Augenblick, dann blinzelte ich vorsichtig zwischen zwei Fingern durch. „Wie furchtbar. Da liegt er nun, das schöne Tier. Ein Haufen Grauen, schaumbedeckt und blutverschmiert. Totgequält. Gleich werden die dicken Fliegen kommen. Und vor einer Stunde noch war es ein Koloss
voller Kraft und Energie“. 

Inzwischen hatte jemand dem Torero von dem Kadaver Schwanzspitze und Ohren abgeschnitten und unter entnervendem Gebrüll des Publikums trug er die bluten Trophäen in der Arena herum. Schließlich blieb er vor einer Loge stehen, baute ein Männchen und überreichte mit großer Pose einer Dame ein Ohr. Ein Ohr!!! „Hoffentlich knallt sie ihm jetzt das Ohr an die Ohren!“ Aber nein, im Gegenteil, sie küsste den blutigen Lappen, vermutlich wird sie ihn sich einrahmen und übers Bett hängen.

Nun aber stürzten die Corrida-Fans in die Arena und setzten sich den Helden auf die Schultern. Schwanz schwenkend und Handküsschen verteilend ließ er sich heraustragen.

„Jetzt reicht’s aber, bloß weg hier, bis an mein Lebensende hat mir das gereicht“.

Tierschutzverein Bad Lauterberg i.H. u. Umgebung e.V.

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Tierschutz-Aktionen

„Kukki“ Erbsensuppe
Die Geschichte einer Findelkatze oder wie „Kukki“ zu ihrem Namen kam.

Auf dem Rückweg von einem Treffen mit ehemaligen Studienkollegen in Quedlinburg fuhren wir am 19. September 2004 gegen 11,00 Uhr auf der B 27, von Elend kommend, in Richtung Braunlage. Meine Frau saß am Steuer. Ich schaute mir derweil die Gegend an. Nach zwei schönen, sonnigen Tagen hatte es am Sonntagmorgen geregnet. Den Brocken umhüllten dichte Wolken. In Schierke hatten wir noch schnell „Feuerstein“ eingekauft. Nun wollten wir bei „Kukki’s“ auf dem Parkplatz an der ehemaligen Grenze noch einige Dosen Erbsensuppe mitnehmen. Auf der Hinfahrt, am Freitag, hatten wir dort Rast gemacht und zwei Suppen mit Wurst gegessen. „Kukki’s Suppenstand“ kannten
wir bereits von einem Urlaub im Hochharz im Jahre 1995.

Als wir auf den Parkplatz einbogen, machte mich meine Frau auf einezierliche weiß-graue Katze aufmerksam, die mit hängendem Schwanz quer über den Parkplatz auf ein Auto zulief, bei dem gerade die Türen geöffnet wurden, aber niemand beachtete sie. Danach lief sie auf jedes Auto zu, aus dem jemand ausstieg. Es erschien mir, als ob sie Hilfe suchte oder großen Hunger hatte. Meine Frau stieg aus, ging auf das Kätzchen zu, sprach sie an und streichelte sie. Dabei stellte sie die Schwänzchen in die Höhe und strich um ihre Beine. Während meine Frau die Suppendosen kaufte, fragte sie bei den Angestellten am Stand wem die Katze gehöre und ob sie jemand füttere. Die Antwort war: „Die Katze gehört niemand. Die läuft schon seit zwei Tagen hier herum. Wir geben ihr schon mal was zu fressen. Die können sie mitnehmen. Vermutlich hat sie jemand ausgesetzt. So sind halt die Menschen! Einem Tierschutzverein oder ein Tierheim in der Nähe konnte keiner der Beiden nennen. So was gäbe es hier nicht, war die Antwort.

Ich verstaute inzwischen den Karton mit den Suppendosen in den Kofferraum. Meine Frau ging wieder zu dem Kätzchen, das sie miauend und bettelnd anblickte. Nach kurzer Abstimmung mit ihr stand für uns beide fest, das Kätzchen nehmen wir mit. Es hat mitten im Wald, weitab von den nächsten Häusern bei dem sich abzeichnenden schlechter werdenden Wetter keine oder nur ganz geringe Überlebenschancen. Ich nahm ein Handtuch als Unterlage aus dem Kofferraum, während meine Frau das Kätzchen holen ging. Es hatte sich inzwischen auf einem Esstisch in der Nähe der Gulaschkanone gesetzt und hielt weiter Ausschau nach hilfsbereiten, freundlichen Menschen.

Meine Frau nahm das Kätzchen vom Tisch und teilte den beiden Verkäufern mit, dass wir es mitnehmen. Das Kätzchen auf meinem Schoß fuhren wir gleich weiter in Richtung Braunlage. Dort wollten wir uns bei der Polizei nach einer Tierschutzorganisation erkundigen. Mit zu uns nach Haus nehmen, konnten wir sie nicht. Wir haben bereits eine Katze aus dem Tierheim, die keine anderen Katzen bei uns duldet. In Braunlage war viel Verkehr, die Polizei fanden wir an Anhieb nicht und so landeten wir unversehens auf der B 242. Wir fuhren wieder ab in Richtung Göttingen, wo wir mit Sicherheit ein Tierheim finden würden. So unsere Überlegung.

Das Kätzchen war zunächst sehr aufgeregt, miaute dauernd und wollte über meine Schultern zurück nach hinten. Während der Weiterfahrt konnte ich sie zunehmend beruhigen durch reden und streicheln. Zum Schluss lag sie mit ihrem Schnäuzchen und dem linken Vorderbeinchen in meiner linken Armbeuge und hatte die Augen geschlossen. So kamen wir bis kurz vor Bad Lauterberg. Gegenüber auf einem Parkplatz lag links eine einzelne Gaststätte außerhalb der Ortschaft. Wir hielten an und wollten uns dort erkundigen wo die nächste Polizeistation sei bzw. ob man weis, ob es hier eine Tierhilfsorganisation gibt. Die Inhaberin telefonierte zweimal und sagte, wir sollten bis
Lauterberg fahren, gegenüber einem großen Hotel befinde sich das Büro des Tierschutzvereins Bad Lauterberg. Dort erwarte man uns. Erleichterung machte sich breit. Nach kurzer Suche waren wir da. Wir wurden aber keinesfalls erwartet. Die freundliche Dame, die meiner Frau öffnete, war total überrascht. Sie war leider nicht informiert worden. Offensichtlich ein Missverständnis, das sich aber schnell klärte. Wir waren bei Frau Brille vom Tierschutzverein an gekommen. Sie holte eine Transportbox. Ich übergab ihr das inzwischen eingeschlafene Kätzchen. Im Büro bekam sie gleich eine große Portion Fressen, das sie gierig bis auf den letzten Krümel verschlang. Danach streckte sie uns ihr Schnäuzchen und ihr Pfötchen durch da Gitter entgegen und wollte gestreichelt werden. Am liebsten hätten wir sie mitgenommen. Sie war uns in der sehr kurzen Zeit schon ans Herz gewachsen. Trotz ihrs Mittagessens auf dem Herd, nahm sich Frau Brille noch die Zeit, um uns die Katzenbabys und die Katzenhäuser mit ihren Insassen zu zeigen. Wir waren sehr froh und dankbar, dass wir unser Findelkind so schnell in liebevolle Hände abgeben konnten. Den anschließenden 4-stündigen Stau auf der Autobahn haben wir angesichts des guten Ausgangs der Geschichte gerne in Kauf genommen.

Wir sich bei der anschließenden tierärztlichen Untersuchung herausstellte, ist „Kukki“ knapp 1 Jahr alt und hat vor nicht allzu langer Zeit bereits einmal Junge geboren. Wo die nur geblieben sind?

Hoffentlich bekommt sie bald ein liebevolleres und besseres Zuhause, als das, war ihr bisher egoistische, kaltherzige und böse Menschen geboten haben. „Kukki“, wie sie in Abstimmung mit Frau Brille nach ihrem Fundort inzwischen genannt wird, hat es verdient.

Horst W. Müller, Birkenheide/Pfalz

Nachtrag:
Der Tierschutzverein Bad Lauterberg bedankt sich hiermit noch einmal ausdrücklich und herzlich bei dem Ehepaar Müller für ihre Fürsorge und hofft, dass dieses beispielhafte Verhalten auch andere Menschen motiviert, sich für die Tiere einzusetzen.
 

Tierschutzverein Bad Lauterberg i.H. u. Umgebung e.V.

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Wer den Schaden hat… 

Unsere Katze heißt Püppi, ist grau-weiß gefleckt und ohne besondere Merkmale, es sei denn, man sieht sie richtig an und entdeckt ihre wunderschönen Augen. Sie sind leuchtend gelb und wie mit einem schwarzen Stift umrandet, sozusagen eingerahmt. Sie ist lieb, sauber, zärtlich, vielleicht ein bisschen zu dick und etwas phlegmatisch.

Das ändert sich schlagartig, sobald sie eine Maus wittert. „Du sollst nicht töten!“ Gut.., aber Katzen sind wohl so programmiert und können nicht anders. Das Schlimme bei Püppi ist, dass sie ihre Beute völlig unversehrt und quicklebendig über einen Baum, ein Dach oder zwei Katzenklappen stets
mit in die Wohnung bringt, um sie stolz zu präsentieren. 

Gestern war es wieder so weit, und dann ist Panik angesagt. Es ist fürchterlich, mit ansehen zu müssen, wie das arme Tier - nach wilder Jagd - letztlich doch erlegt werden würde.

Also die Katze wird aus dem Zimmer gesperrt und mit Hilfe eines Handschuhs geht es auf, die Maus zu fangen. Das könnte man jetzt wortreich schildern, denn Mäuse sind schnell und rennen um ihr Leben, nicht wissend, dass man sie retten will. Aber mir gelang es, sie zu fassen und durch den Handschuh hindurch konnte ich spüren, wie das kleine Mäuseherz wild schlug.

Aber Püppi ist nicht dumm und kennt den Trick, da es alle weil passiert. Sie war durch das Fenster entwischt und saß schon im Garten versteckt auf der Lauer. Schnell nach draußen...

„Sause los, Maus!“ Und sie sauste. Die Katze hinterher. Die Maus mit einem riesigen Satz über den Rand des kleinen Gartenteiches in den Schutz der gegenüberliegenden Uferbepflanzung. Was dann geschah, ist schwer
nachzuvollziehen. Alles ging jedoch blitzschnell. Es machte „platsch!“ und Püppi strampelte im Wasser. So schnell sie hineingefallen war, so schnell war sie auch wieder draußen. Kleiner Fehltritt - kann ja mal passieren…, aber was für ein Anblick! Das nasse Fell klebte an ihr, wodurch sie nur noch halb so dick zu sein schien. Aber das war es nicht allein, was so umwerfend komisch war. 

Es war vielmehr ihr entsetzter, tief beleidigter Blick darüber, dass ich über ihr Missgeschick lachte und sie wusste genau, die Maus lachte genauso! 

Tierschutzverein Bad Lauterberg i.H. u. Umgebung e.V.


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Der Osterspaziergang
Vom Eise befreit sind Strom und Bäche von des Frühlings holden, belebendem Blick….

So beginnt der ‚Osterspaziergang’ von J.W. von Goethe und von einem Osterspaziergang soll hier ebenfalls erzählt werden.

„Wieso sind keine Eier versteckt?“, fragten die Kinder der Familie Paul, und ihre Mutter erklärte, sie wären doch nun wirklich zu alt, um an den Osterhasen zu glauben. Natürlich gäbe es Eier und gefärbt wären sie auch, aber das wäre alles.

Nun meldete sich auch Vater Paul zu Wort und verkündete, dass es durchaus nicht alles wäre. Es sei schließlich Ostern und ein besonderer Tag, und er hätte sich vorgenommen, seine Familie in ein Restaurant zum Essen auszuführen. Die Begeisterung der Kinder hielt sich sehr in Grenzen, zumal Frau Paul bekannt gab, dass sich dafür sonntäglich angezogen werden müsse.

„Na toll!“, meinte jetzt der Sohn, „dann esse ich einen Osterhasenschenkel. Wenn er schon keine Eier versteckt, dann soll er braten!“ „Und ich nehme Osterlammkeule. Die schmeckt besonders delikat, wenn man vor Augen hat, wie süß und kuschelig Lämmchen sind und wie lustig sie um ihre, vielleicht noch immer um sie blökende Mutter hüpfen“, verkündete seine Schwester. Die Stimmung war nicht gut, die Geschwister hatten keine Lust und die Eltern regten sich auf. …. ‚Andere Kinder würden sich freuen und dann noch diese zynischen Redensarten!’

Gegen Mittag, nach längerer Diskussion, ob es mit dem Auto nicht bequemer wäre und Vater Paul darauf bestand, dass es ein Ostergang und keine Osterfahrt wäre, sollte es nun endlich losgehen. „Knöpft noch der Susi ihren Mantel um, nehmt den roten, der sieht niedlicher aus zu ihrem weißen Fell“. Susi war eine Zwergpudelhündin, von allen Familienmitgliedern geliebt und verwöhnt.

Als Herr von Goethe den „Osterspaziergang“ beschrieb, hatte er nicht gedacht, dass Ostern gelegentlich auch recht früh im Jahr sein kann und Strom und Bäche durchaus noch unter Eis verborgen sein können. An diesem Ostern war es so, deshalb war warme Kleidung angesagt.

Der Weg zum angestrebten Restaurant war etwa zwei Kilometer weit. Nach einem Kilometer war man aus dem Stadtkern heraus und man war der Meinung, dass man Susi von der Leine lassen könnte. Was sollte schon passieren? Weit und breit kein Mensch, kein Auto, keine Gefahr. Außerdem bliebe Susi immer artig ‚bei Fuß’ und einen Jagdinstinkt hatte sie sowieso nicht.

Nicht bedacht hatte die Familie, dass gleich hinter der nächsten Kurve ein kleiner, flacher Zierteich war, auf dem im Sommer Seerosen blühten. In der Mitte gab es eine kleine Gruppe Schilf. Auf dem Teich war eine dünne Eisschicht. In dem Schilf schaukelten sich Vögel.

Und dann geschah es: Susi sauste über das Eis in Richtung Schilf und als sie kurz davor war, brach sie ein und strampelte im Wasser.

Fassungslos stand die Familie. „Susi, Susi, komm zurück“ brüllten alle gleichzeitig, aber vergebens, denn jeder Versuch von ihr schlug fehl, erneut auf das Eis zu gelangen. Es brach unter ihr weg. Auch das Schilf rettete sie nicht. Zu dünn waren die Stiele. Was tun? Wenn sie nicht sofort geholt würde, würde sie ertrinken oder erfrieren.

„Du musst sie holen, Mutter!“ „Wieso ich?“ „Du hast Schaftstiefel an. Das Wasser ist nicht tief, falls du einbrechen solltest.“ Natürlich ich, immer ich. Ihr seid – wie üblich – erkältet. Was bleibt mir übrig, halt durch Susi, ich komme!“

Schon beim ersten Tritt auf das Eis gab es nach und Frau Paul stand bis zum Knie im Wasser. Nun gab es kein Zurück mehr. Sie stakte tapfer (und mit rüdem Kommentar) vorwärts bis sie Susi erreichte, riss sie hoch, drückte sie an sich und wollte sich umdrehen, um zurückzugehen, aber der Absatz des Stiefels hatte sich in der nicht einsehbaren Tiefe festgehakt. Frau Paul, mit triefnassem, jaulendem Hund, konnte sich nicht umdrehen. War sie vorsichtig Schritt für Schritt gegangen, stürmte jetzt ihr Mann in voller Bekleidung durch die von ihr geschaffene Fahrrinne und riss sie herum. Dabei rutschte Susi vom Arm und erreichte das Ufer schneller als Herrchen und Frauchen.

Das alles war eine Sache von wenigen Minuten, hatte aber zur Folge, dass der Osterspaziergang anders verlief als geplant. Zu Haus, nach Vollbad, Grog und Garantie auf mindestens Schnupfen, gab es noch Wehgeschrei, weil Susis Mäntelchen abgefärbt hatte. Zum Mittag gab es anstatt Lamm- oder Hasenbraten Kartoffelsalat und Ostereier.

Und hätte es einen Osterhasen gegeben, der alles beobachtet hätte – er hätte bestimmt zumindest geschmunzelt. 

Thea Lindenberg-Hartung

Tierschutzverein Bad Lauterberg i.H. u. Umgebung e.V.

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„Sie hatten keine andere Wahl“
In der Zeitschrift „Ein Herz für Tiere“ fand ich eine bemerkenswerte Notiz.

Es wurde dort berichtet, dass in England, im Londoner Hyde Park, ein Kriegerdenkmal für Tiere eingeweiht wurde. Diese Gedenkstätte soll an die Millionen von Geschöpfen erinnern, die im Dienst der britischen Streitkräfte ihr Leben ließen.

Dargestellt sind zwei bronzene Maultiere, überladen mit schwerem Kriegsgerät. Auf der Steinwand erkennt man schemenhaft Pferde, Hunde, Elefanten, Kamele und Tauben. Darunter steht: „Sie hatten keine andere Wahl“.

Ein Hoch auf den, der dieses Denkmal schuf, Dank an die, die es finanzierten, an die, die die Idee dazu hatten und es verwirklichten. Mit Ehrenmalen ist den Tieren nicht mehr geholfen, genauso wenig wie den gefallenen Soldaten aller Kriege. Aber wer an diesem Denkmal im Hyde Park vorbeigeht, der bleibt stehen, weil es so anders ist. Vielleicht kommt dem Betrachter zum ersten Mal zum Bewusstsein, was wir Menschen den Tieren antaten und täglich weiter antun. Vielleicht gibt es ein Nachdenken, möglicherweise eine erstaunte neue Sicht des Ausmaßes an Schuld, die wir auf uns luden und immer wieder laden. Ob es Elefanten waren, die man über die Alpen trieb, ob es Delphine waren mit Torpedos unter dem Bauch, ob es die gequälten Geschöpfe aller Gattungen in den Versuchslabors sind.

Arthur Schopenhauer schrieb:

Es werden mehrere Jahrtausende von Liebe nötig sein, um den Tieren ihr durch uns zugefügtes Leid heimzuzahlen!

Gedenkstätten gibt es viele, gerade bei uns in Deutschland und es werden kontinuierlich mehr, egal wie sie aussehen und was sie kosten. Ein Denkmal für Tiere, wie in England, haben wir nicht. Für ein solches fehlt selbstverständlich bei uns das Geld! 

Denken Sie mal darüber nach ….

Thea Lindenberg-Hartung
April 2005 

Tierschutzverein Bad Lauterberg i.H. u. Umgebung e.V.

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