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Autofahrer, gebt dem Igel eine Chance!

   Nur umsichtige Fahrweise und Achtung vor dem Leben der kleinen Stacheltiere können die jetzt in diesen Tagen nach Nahrung suchenden Igel vor der drohenden Artendezimierung retten. Hierauf wies der niedersächsiche Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hin. Autofahrer werden gebeten, in bevorzugten Igelgebieten besonders aufmerksam zu fahren. Durch das plötzliche Auftreten der Tiere seien auch Menschen gefährdet.

Mit Unterstützung der Bevölkerung erhofft sich der niedersächsiche Um-weltschutzverband auch in diesem Jahr Hilfe für den unter Naturschutz stehenden Igel. Das Massensterben der kleinen Stacheltiere im Strassenverkehr bezeichnete der BUND als schwerwie-gendes Problem. Etwa 30 Millionen Kraftfahrzeuge in der Bundesrepublik lassen die Wanderung des Igels über eine Schnellstrasse zum tödlichen Slalom werden. Rund eine Million der Stachelträger wer-den jährlich vom rollenden Strassenverkehr getötet. Besonders während ihrer intensiven Nahrungssuche an Sommer- und Herbsttagen werden die Tiere von den Asphaltpisten geradezu angezogen. Hier findet der nachtaktive Säuger massenhaft durch Autos getötete Insekten mundgerecht vor.

Der Appell an die Vernunft und das Umweltbewusstsein aller Verkehrsteilnehmer ist für den BUND die einzig wirksame Hilfsmethode, um die Igel vor ihrer Ausrottung zu bewahren. Besonders in den bevorzugten Gebieten von Gärten und Schrebergartenkolonien in Ortsrandlagen könne ein igelbewusstes Autofahren vielen Tieren dieser Art das Leben retten.

 

Herbst:

Tipps für die Igelzeit


Der Herbst ist die Zeit, in der sich der Igel für den Winterschlaf rüstet. Viele Tierfreunde sorgen sich häufig um die scheinbar hilflosen Tiere. Der Tierschutzverein Bad Lauterberg u. Umgebung e. V. warnt jedoch vor gut gemeinter, aber falsch verstandener Igelhilfe.
Nur in Ausnahmefällen sind die stacheligen Tiere auf menschliche Hilfe angewiesen. Tierfreunde sollten sich zunächst beim Tierarzt oder dem örtlichen Tierschutzverein informieren, bevor ein Igel möglicherweise vorschnell in Pflege genommen wird. Am besten unterstützt man die Igel mit naturnah gestalteten, gut zugänglichen Gärten, die Nahrung und einen Unterschlupf bieten: Also Gärten mit Buschwerk und Hecken, in denen das Herbstlaub schon mal liegen bleiben darf.

Trifft man in den Herbsttagen einen Igel an, sollte man ihn zunächst nur beobachten. Tagsüber verstecken sich die Tiere hinter Kompost- oder in Reisighaufen, einer Böschung oder einer Hecke. Sie verlassen das Versteck normalerweise nur zwischen Dämmerungsbeginn und Morgengrauen, um auf Nahrungssuche zu gehen. Wichtig ist daher, möglichst nicht in das natürliche Umfeld des Igels einzugreifen oder gar Unterschlupfmöglichkeiten zu zerstören. Grundsätzlich haben Igel dort die besten Chancen, den Winter unversehrt zu überstehen. Wirklich hilfsbedürftige Igel sind daran zu erkennen, dass sie tagsüber unterwegs sind, abgemagert erscheinen und sich apathisch verhalten. Auch Igel, die bei Dauerfrost oder geschlossener Schneedecke noch herumlaufen, sind meist geschwächt oder krank. Hilfestellungen bieten die örtlichen Tierheime.

Igelfreundlicher Garten
Wer als Gartenbesitzer mehr für die Igel tun möchte, kann das im Herbst anfallende Laub in den Anlagen und auf den Beeten liegen lassen. Dieser natürliche „Mantel“ dient vielen Insekten als Winterquartier. Ein igelgerechter Garten hat darüber hinaus Durchgänge zu anderen Gärten, denn Igel durchstreifen auf ihrer Nahrungssuche große Gebiete. Gartengeräte sollten nur vorsichtig eingesetzt werden. Vor allem die in den letzten Jahren immer beliebter gewordenen Laubsauger und -bläser können eine Gefahr für Igel darstellen: Kleinere Igel können eingesaugt und getötet werden. Außerdem entfernen die Geräte nicht nur Laub, sondern auch Insekten, Würmer und Weichtiere, die dem Igel als Nahrung dienen. Rechen sind demgegenüber die igelfreundlichere Alternativen. So finden die Stachelritter genug Nahrung und können im Laub ein geschütztes warmes Nest anlegen und so den Winter ganz einfach verschlafen.

Besuchen Sie auch die Website des Deutschen Tierschutzbundes e.V.